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Swing Low, Sweet Chariot...

 

Chorus:

Swing low, sweet chariot,

Comin' for to carry me home

Swing low, sweet chariot,

Comin' for to carry me home

 

1.

I looked over Jordan,

And what did I see?

Comin' for to carry me home

A band of angels

Comin' after me

Coming for to carry me home

 

2.

If you get there

Before I do

Comin' for to carry me home

Tell all my friends

I'm comin' too

Comin' for to carry me home

 

3.

I'm sometimes up

And sometimes down

Comin' for to carry me home

But still my soul

Feels heavenly bound

Comin' for to carry me home

 

Coda:

Swing low, chariot,

Stop and let me ride

Swing low, chariot,

Stop and let me ride

Rock me, Lord

Rock me, Lord

Calm and easy

I've got a home

On the other side

 

Partitur aus dem Jahre 1873

Der Ursprung des Chornamens

Wie in der Chorgeschichte erwähnt, war Swing Low zufälligerweise das erste Lied, das einstudiert wurde - und das dem Chor seinen Namen gab. Als Urheber des Textes dieses bekannten Sprituals wird meist der ehemaligen afro-amerikanischen Sklave Wallace Willis genannt, der den Song um 1860 geschrieben haben soll. Was aber ist die Bedeutung des Textes, d. h. von welchem Wagen ist hier die Rede, der herabkommen und jemanden heimbringen soll?

Die "Großer-Wagen"-Hypothese

Jeden Winter senkt sich das Sternbild des Großen Wagens auf seiner jährlichen Bahn um den Himmelsnordpol am Abendhimmel in Richtung des nördlichen Horizonts, um im Frühjahr wieder aufzusteigen. Er stellt also einen Wagen - einen chariot - dar, der scheinbar zur Erde hinabkommt und zur Mitfahrt einlädt - und zwar zu einer Fahrt nach Norden, dem ersehnten Land der Freiheit der afro-amerikanischen Sklaven der Südstaaten. Der Jordan könnte dabei als Metapher für den Ohio River stehen, der als Teil der Grenze zwischen den Gebieten der Nord- und der Südstaaten fungierte.

Eine nette Hypothese - die aber wahrscheinlich falsch ist. Schließlich heißt der Große Wagen im amerikanischen Englisch Big Dipper ("große Schöpfkelle"), und in Großbritannien wir er meist Plough ("Pflug") genannt.

Der große Wagen, wie er an einem Herbstabend von New Orleans aus zu sehen ist. (Grafik erstellt mit der freien Astronomie-Software Stellarium)

Die Untergrundbahn

Eine andere populäre Hypothese ist die, dass der Song auf die so genannte Underground Railroad anspielt, ein Netzwerk von Gegnern der Sklaverei, das Tausenden von Sklaven zur Flucht in den Norden verholfen hat. Auch wenn es sich geradezu aufdrängt, den besungenen Blick über den Fluss auf den Wagen, der kommt, um einen nach Hause zu den Freunden auf der andere Seite zu bringen, mit der Railroad zu assoziieren, gibt es keinerlei historische Belege dafür, dass Swing Low oder ähnliche Songs geheime Anspielungen auf diese Organisation enthalten.

Die Elias-Geschichte

Wahrscheinlicher ist, dass sich Willis beim Verfassen des Texten auf den Elija des Alten Testaments bezogen hat. Am Ende seines irdischen Lebens trifft sich Elija mit Elisa, seinem Nachfolger als Prophet (vgl. 2. Könige 2). Sie stehen beide am Ufer des Jordan, als "ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen" kommt und Elija "im Wetter gen Himmel" fährt.

Elija im Himmelswagen. Fresco aus dem Kloster Rila, Bulgarien. (Foto: Anton Lefterov)